Nû sprichet Dionysius: dise, die ûzer in selben alsus gegân sint und in dem liehte der wârheit lebent, die sint göte unde sint der göte kinder unde sint der göte veter. Diz betiutet bischof Albreht unde sprichet alsus: der göte kinder daz sint die, die die heiligen schrift lesent oder hœrent lesen unde sie die innerlîche verstânt und sî üebent mit guoten werken, unz daz sie die wârheit in gote bevindent. Aber die göte daz sint die, die in gote tôt sint und an dien niht mêre lebet denne got. Her ûf sprichet sanctus Paulus ‘wir sîn tôt und unser leben ist verborgen mit Kristô in gote.’ Aber der göte vetere die sint aller vollekomenste, wan sie sint versunken in der grundelôsekeit gotes, want got der lebet niht alleine in in, mêr: sie lebent ouch in gote, want in in ist iezuont des êwigen lebendes anevanc.
Nû merkent von den, die dâ sint der göte kinder. Mit dem liehte des gelouben begrîfent sie die heiligen schrift, biz daz sie dur daz lieht des gelouben koment in daz tou der gnâden, und in dem touwe der gnâden werdent in smachaft die wege des êwigen lebendes. Har ûf sprichet diu brût in der minne buoche ‘ziuch mich nâch dir in dîner ûzerlîcher verlâzenheit und in dîner innerlîchen anhaftunge.’ Diu ûzerlîche verlâzenheit daz ist diu abescheidunge von aller crêatûre; aber diu innerlîche anhaftunge daz ist ein în gezogene enpfindelîche wârheit, von der sie weder tôt noch leben gescheiden mac. Dise die sint kinder der göte unde sint süne des gewaltes unde der wîsheit unde der güete. Zuo disen sprichet unser herre in der minnen buoche ‘ir fürsten kinder, wie wol iu iuwer genge in iuweren schuohen gezement!’ Dise schuoh daz ist der heiligen leben, daz ziehent sie an die füeze der verstentnisse unde minne mit der begerunge, daz sie dar inne loufent. Aber die liute, die dâ heizent göte, die sint in der verborgenheit der gotlîcher einunge, sie lebent eines gotlîchen lebendes. Waz sol ich von in sprechen? Ir ezzen und ir trinken, ir slâfen und alle ir wonunge dâ vindet man niht mêre an, want got, der eht ez bekante. Der sie joch brande, sô flüzze niht mêre ûzer in denne daz marc der gotheit, daz ist diu süezekeit des heiligen geistes, in dem sie saftrîche sint worden. Diz bekennet aber nieman wan diu kinder des gewâren liehtes und ouch der, in dem sie dâ lebent, daz ist got. Aber diu kint der vinsternisse diu bekennent ez niht, want ir innekeit ist erfült mit vergift des êwigen tôdes. Dâ von wirt daz lieht zeiner vinsternisse in in unde diu êwige süezekeit ze einer bitterkeit. Nû erliuhte uns got mit dem liehte, dâ wir êweklîche inne geswebet hân in sîme sune, daz wir der vinsternisse entrinnen in daz wâre lieht!
Now Dionysius says: those who have thus gone out of themselves and live in the light of truth are gods, and are children of the gods and fathers of the gods. Bishop Albert explains this and says as follows: the children of the gods are those who read Holy Scripture or hear it read, understand it inwardly, and practice it in good works until they experience the truth in God. But the gods are those who are dead in God and in whom nothing lives any longer except God. Concerning this Saint Paul says: “We are dead, and our life is hidden with Christ in God.” But the fathers of the gods are the most perfect of all, for they are sunk into the groundlessness of God, because God not only lives in them, but they also live in God, for in them the beginning of eternal life is already present.
Now take note concerning those who are children of the gods. With the light of faith they comprehend Holy Scripture until through the light of faith they come into the dew of grace, and in the dew of grace the ways of eternal life become savory to them. Concerning this the bride says in the Book of Love: “Draw me after you in your outward relinquishing and in your inward attachment.” Outward relinquishing is detachment from every creature, but inward attachment is an inwardly drawn, experiential truth from which neither death nor life can separate them. These are children of the gods and are sons of power and wisdom and goodness. To these our Lord says in the Book of Love: “You children of princes, how beautifully your steps become you in your shoes!” These shoes are the lives of the saints, which they put upon the feet of understanding and love with the desire to run in them. But the people who are called gods are in the hiddenness of divine union; they live a divine life. What shall I say of them? In their eating and drinking, their sleeping and their whole way of life, nothing is found any longer but God, if only someone could know it. Even if one were to burn them, nothing would flow out of them but the marrow of the Godhead, that is, the sweetness of the Holy Spirit, in whom they have become rich in sap. But no one knows this except the children of the true light and also the one in whom they live, namely God. The children of darkness, however, do not know it, for their inwardness is filled with the poison of eternal death. Therefore the light becomes darkness in them and eternal sweetness becomes bitterness. May God now illuminate us with the light in which we have eternally hovered in his Son, so that we may escape from darkness into the true light!